Alan Greenspan

Der US-Wirtschaftswissenschaftler Alan Greenspan wurde am 6. März 1926 in eine jüdische Familie ungarischer Einwanderer geboren. Greenspan war 18 Jahre lang Vorsitzender des Federal Reserve System, der Notenbank der Vereinigten Staaten. Im Alter von 79 Jahren legte er im Januar 2006 sein Amt nieder und wurde von Ben Bernanke abgelöst.

1968 beteiligte sich Alan Greenspan am Wahlkampf des umstrittenen US-Präsidenten Richard Nixon. Ferner war er von 1982-1988 Direktor des elitären Think Tanks Council on Foreign Relations, der oft als Marionette des Rockefeller-Clans betrachtet wird.

Eine maßgebliche Rolle spielte Greenspan bei der wirtschaftlichen Entwicklung nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001. Indem er zwischen 2001 und 2003 den Leitzins von 6.5 auf 1.5 Prozent absenkte und so die Märkte mit Geld flutete, konnte er einen Rückgang des US-Wirtschaftswachstums abfedern. Die niedrigen Zinsen führten aber auch zu einem massiven Anstieg der Privatverschuldung. Wenig solvente US-Bürger wurden durch leicht verfügbare Hypotheken zu problematischen Immobilienkäufen motiviert, was als wesentliche Ursache für den Immobiliencrash und die Finanzkrise ab 2007 gesehen werden kann.

2007 unterzeichnete Alan Greenspan einen Beratervertrag mit der deutschen Bank. Ein im Januar 2008 mit der Paulson & Co. Hedge-Fonds Gesellschaft geschlossener Vertrag verpflichtet Greenspan jedoch, nur noch für Paulson und Co. als Berater tätig zu sein.

Derzeit macht Greenspan von sich reden, indem er wiederholt den Zusammenbruch des Euros prophezeit. US-Unternehmen müssten sich auf Gewinneinbrüche und sinkende Aktienkurse einstellen, so der inzwischen 85 Jahre alte Finanzexperte.