Rohstoffe stabilisieren das Wertpapierdepot

Neben Aktien und Anleihen sind Rohstoffe eine dritte, interessante Anlageklasse für Privatanleger. Rohstoffe gelten als gute Absicherung gegen das Inflationsrisiko und mindern darüber hinaus das Gesamtrisiko eines Wertpapierportfolios. Früher empfahl man Anlegern deswegen, einen gewissen Anteil ihres Vermögens in Goldmünzen oder Goldbarren anzulegen. Dies ist jedoch nicht ganz unproblematisch, weil es einerseits das Problem der Lagerung aufwirft und andererseits diese vielfältige und interessante Anlageklasse der Rohstoffe auf eine einzige Option reduziert. Heute sind neben Gold auch Rohstoffe wie Rohöl, Uran oder Kupfer als Investitionsobjekt verfügbar.
Der Kauf von rohstoffbasierten Wertpapieren kann ein Wertpapierportfolio stabilisieren. Dies lässt sich durch ein einfaches Beispiel erklären. Angenommen ein Anleger besitzt klassische Industrieaktien und zusätzlich Rohstoffaktien, z.B. von erdölproduzierenden Unternehmen. Falls es durch eine politische Krise, logistische Probleme oder ähnliches in einer Region mit bedeutender Erdölproduktion zu einem Lieferengpass kommt, so werden die Aktienpreise von Firmen fallen, die auf Erdöllieferungen angewiesen sind. Gleichzeitig steigen die Aktienkurse von Firmen, die über Erdölvorräte verfügen oder Erdöl aus anderen Regionen beschaffen können und von den steigenden Erdölpreisen profitieren. Wer beide Sorten von Aktien in seinem Portfolio hat, genießt einen gewissen Schutz gegen derartige Krisen. Entsprechend funktioniert diese Absicherung bei jedem anderen Rohstoff, den man in seiner Anlagestrategie berücksichtigt. Durch den Kauf eines Rohstoffaktien-Fonds kann man eine breite Palette solcher Aktien in sein Wertpapierdepot nehmen und sein individuelles Anlagerisiko noch weiter senken.
Da der Rohstoffbedarf mehrerer aufstrebender Industriestaaten wie zum Beispiel Indien oder China in den letzten Jahren stark zugenommen hat, konnten viele Rohstoffproduzenten bedeutende Kursgewinne verzeichnen. Dies betrifft besonders nicht nachwachsende Rohstoffe, eben Metallerze sowie Energieträger wie Rohöl und Erdgas, deren Vorkommen begrenzt sind. Durch den Kauf entsprechender Rohstoffproduzenten sichert man sich einen Anteil am verfügbaren Weltvorrat, was langfristig gesehen ein gutes Geschäft ist.
Neben den Metallen und den Energierohstoffen kann man auch in Agrarrohstoffe wie zum Beispiel Zucker, Kaffee, Kakao, Weizen oder Mais investieren, diese bezeichnet man auch als soft commodities. Die Anlage in diese Rohstoffe ist allerdings sehr schnelllebig und für den Privatanleger schwer zu durchschauen, weil die Kurse dieser Rohstoffe oft vom Klima in bestimmten Schlüsselregionen abhängen. Die Marktpreise dieser Rohstoffe sind deswegen unter Umständen extrem volatil. Außderdem beeinflußt die Lieferlage und der Preis dieser Rohstoffe die wirtschaftliche Situation der Industrienationen nicht sehr stark. Für die Absicherung eines normalen Wertpapierdepots sind deswegen eher Aktien und Fonds interessant, die ihren Anlageschwerpunkt im Bereich der gängigen Industrieerze und Energieträger haben. In einem konservativ ausgerichteten Depot ist daher ein Rohstoff-Anteil von etwa 10 bis 20 Prozent eine vernünftige Entscheidung.

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