Fonds als Altersvorsorge
Für die meisten Deutschen wird die Rente nicht mehr zur Erhaltung des Lebensstandards ausreichen. Daher müssen vor allem junge Menschen frühzeitig beginnen, eine ausreichende Altersvorsorge aufzubauen.
Die klassischen Lösungen, Geld fürs Alter zurückzulegen, sind die Rentenversicherung und die Lebensversicherung. Hierbei kombiniert man Risikoschutz mit der Ansparung von Geld. Die Lebensversicherung stellt einen Schutz vor finanziellen Risiken da, sollte der Versicherungsnehmer vorzeitig versterben. Die Rentenversicherung kann durch so genannte Garantiezeiten, in denen die Rente auch weitergezahlt wird, wenn der Versicherungsnehmer bereits verstorben ist, erweitert werden. Auch erhält man hierbei garantiert die vereinbarte Rente ein Leben lang.
Allerdings sind die vorgenannten Anlageformen meist starr und nur schlecht verfügbar. Die Kosten für eine Versicherung werden meist in den ersten fünf Jahren berechnet, so dass der Rückkaufswert entsprechend gering ist. Gerade wenn eine Versicherung in den ersten Jahren nach Abschluß aufgelöst wird, sind Verluste nicht vermeidbar.
Eine bessere und vor allem gewinnbringendere Art der Anlage fürs Alter ist die Anlage in Investmentfonds. Diese Anlage eignet sich vor allem für Menschen, die über einen längeren Zeitraum Geld anlegen möchten. Die hohe Rendite bringt fürs Alter dann eine höhere Rente.
Die Anlage in Investmentfonds bringt jedoch nicht nur größere Chancen, sie birgt auch höhere Risiken. Daher sollten Anleger vor dem Abschluß eines Sparvertrages vom Bankberater unbedingt aufgeklärt werden. Hierzu enthält das Wertpapierhandelsgesetz bestimmte Vorschriften über die Aufklärung. Vor jeder Anlage muß hierzu ein Formular ausgefüllt werden, in dem der Kunde seine Erfahrungen und Kenntnisse im Wertpapiergeschaft angeben und auch seine Risikobereitschaft benennen muß. Hierbei können die Risiken der einzelnen Investmentfonds besprochen werden. Denn nicht jeder Investmentfonds birgt die gleichen Risiken. Man unterscheidet Investmentfonds in Rentenfonds, Mischfonds und Aktienfonds.
Rentenfonds legen das Geld der Kunden in festverzinsliche Wertpapiere und Obligationen an. Da die Schwankungsbreite bei diesen Wertpapieren nur gering ist, ist das Risiko bei den Rentenfonds ebenfalls gering. Es bezieht sich auf das allgemeine Zinsniveau. Steigen die Zinsen, fallen in der Regel die Kurse der festverzinslichen Wertpapiere und umgekehrt. Verluste sind hierbei begrenzt, jedoch sind auch die Chancen nicht sehr hoch. Rentenfonds bieten kaum über 4% Zinsen p.a. Sie sind für alle Menschen mit nur geringer Risikobereitschaft zu empfehlen. Als Anlagehorizont sollte man hier 3-5 Jahre sehen.
Eine weitere Form der Investmentfonds sind reine Aktienfonds. Hierbei werden Aktien ins Portfolio gekauft, die je nach Branche und Anlageschwerpunkt gewichtet sind. Hier gibt es Aktienfonds, die in reine deutsche Blue-Chips investieren, aber auch Aktienfonds, die in Osteuropa ihr Geld anlegen. Je nach Land und Branche sind die Aktienfonds natürlich unterschiedlich Risikobehaftet. Ein Investment in Standardwerte weist deutlich weniger Schwankungen auf. Die Gewinne von Aktienfonds können pro Jahr 30 Prozent und mehr betragen. Gerade in guten Börsenzeiten, wie sie zwischen 2004 und 2006 waren, kann die Anlage überdurchschnittlich wachsen. Allerdings sind die Verlustrisiken entsprechend. In negativen Börsenzeiten können auch zweistellige Verluste pro Jahr erzielt werden. Diese Verluste können jedoch über einen längeren Zeitraum wieder ausgeglichen werden. Daher sollte die Anlage in Aktienfonds über mindestens 7 Jahre, besser länger, erfolgen. Für die Anlage als Altersvorsorgefonds sind sie daher ideal. Die durchschnittliche Rendite pro Jahr liegt hierbei zwischen sechs und neun Prozent.
Eine Zwischenstellung bei Investmentfonds nehmen die Mischfonds ein. Sie enthalten sowohl festverzinsliche Wertpapiere als auch Aktien. Die Gewichtung ist je nach Fonds unterschiedlich, somit auch das Risiko. Diese Fondsart ist ebenfalls für Menschen mit längerem Anlagehorizont geeignet, die jedoch ihr Risiko begrenzen wollen. Die Fondsmanager können bei diesen Fonds in guten Börsenzeiten den Anteil der Aktien bis auf 90 Prozent erhöhen, in schlechten Börsenzeiten kann dieser Anteil auch nur noch 10 Prozent betragen.
Für welchen Fonds sich Anleger auch entscheiden, fast überall ist die Anlage bereits ab 50 Euro pro Monat möglich. Ein 18jähriger Anleger erreicht mit diesen 50 Euro im Monat bereits eine Rente von fast 1000 Euro. Erfolgt die Anlage jedoch erst mit 35, müssen hierfür schon 100 Euro pro Monat investiert werden.
Bei einer monatlichen Anlage haben Kunden zudem die Effekte des Cost-Average. Hierbei wird der durchschnittliche Einkaufswert der Anteile gesehen und im Verhältnis zum Gewinn gesetzt.
Gerade für die Altersvorsorge bieten viele Banken spezielle Fonds an, bei denen der Ausgabeaufschlag reduziert ist bzw. sich während der Laufzeit reduziert. Somit können die Erträge gesteigert werden.
Die Anlage kann bei Erreichen des Rentenalters dann flexibel genutzt werden. Entweder man läßt sich die Summe als Ganzes auszahlen, man nutzt Teilbeträge oder aber man wandelt den Sparplan in einen Auszahlplan um und erhält eine monatliche Rente.
Am 28. Februar 2007 um 08:56 Uhr
Hallo, ich finde den Artikel über Fonds als Anlage sehr interessant, zumal Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen, im herkömmlichen Sinn, wirklich keine Altersvorsorge sind. Sie erwirtschaften nicht einmal den Inflationsausgleich.
Zu den Fonds möchte ich noch sagen, das es diese nicht nur bei den Banken gibt, diese können häufig nur die Hausmarke anbieten. Beim einem Vertragshändler eines Autoherstellers bekomme ich auch keinen Neuwagen der Konkurrenz empfohle oder?. Das reicht für eine echte Beratung und Auswahl nicht aus.
Grüße aus Wittingen
Am 1. August 2007 um 12:09 Uhr
Ich finde in diesem Zusammenhang sollte man unbedingt auch die Geldmarktfonds erwähnen, die ja nicht unattraktiv sind - insbesondere bei einem steigenden Zinsniveau, was ja aktuell der Fall ist.
Am 29. Januar 2008 um 10:23 Uhr
Nun, jemand der weniger als 5 Jahre zur Rente hat, kann auf Rentenfonds bzw auch Tagesgeld setzen. Einen Vorteil von Geldmarktfonds habe ich noch nicht gesehen (außer ein günstiger Switch bei der Fondsgesellschaft in deren Depot, also kein AA zu zahlen). In der Regel fressen hier die Verwaltungsgebühren einen Großteil der Performance wieder auf. Dann eher Tagesgeld!