Wasserfonds

Wasserfonds sind eine Art Investmentfonds, bei denen in Firmen investiert wird, die sich mit der Aufbereitung oder mit dem Transport von Wasser beschäftigen. Aber auch die Nahrungsmittelindustrie ist vom Wasser abhängig und auch diese Firmen werden in solchen Fonds nicht vernachlässigt.
Wasser steht als Rohstoff nur in begrenztem Umfang zur Verfügung. Die wachsende Zahl der Erdbevölkerung benötigt auch immer mehr Wasser, um Grundbedürfnisse zu erfüllen. Auch erreichen bisher unterentwickelte Staaten eine immer höhere Lebensqualität, zu der auch die Nutzung erhöhter Mengen an Trink- und Brauchwasser gehört. Noch heute haben fast eine Milliarde Menschen noch keine direkte Wasserversorgung. Um dies zu ändern, entwickeln verschiedene Firmen Möglichkeiten, um diese Menschen zu versorgen. Gerade in einigen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas besteht hier noch erheblicher Entwicklungsbedarf.
Zwar besteht die Erde zu etwa 75 Prozent aus Wasser, doch dieses Wasser ist heute noch nicht oder nur in sehr geringen Anteilen nutzbar. Dieses Wasser ist nur zu unter einem Prozent nutzbar.
Ein weiterer Aspekt bei der Versorgung von Wasser sind die fast defekten Wasserleitungen in den entwickelten Industrienationen. Ob New York oder London, die dortigen Wasserleitungen sind sehr marode und teilweise sogar noch aus Holz gebaut. Hier gehen fast 40 Prozent des Wassers bereits vor der Nutzung verloren. Diese Rohrleitungen zu erneuern ist ebenfalls Aufgabe verschiedener Unternehmen, die hierdurch Gewinne erzielen können.
Ein Investment in Wasser ist direkt über die Börse nicht möglich. Andere Rohstoffe wie Gold oder Öl kann man an der Börse kaufen und verkaufen. Will man in Wasser investieren, müssen die Aktien einer Firma gekauft werden. Werden Einzelaktien jedoch gekauft, sollte man sich als Anleger die Wertentwicklung der Vergangenheit ansehen, die jeweilige Branche und auch die Gewinnaussichten. Dies ist für Anleger immer schwer nachzuvollziehen.
Daher ist die Anlage in Wasserfonds lohnender. Zum einen übernehmen Fondsmanager hier die Prüfung der jeweiligen Firmen und zum anderen wird das Risiko auf mehrere Unternehmen verteilt. In einem Wasserfonds finden sich fast 100 Firmen. Weist eines dieser Unternehmen Verluste aus, kann dies ein anderes Unternehmen sicher kompensieren.
Die meisten Wasserfonds setzen derzeit auf Wasserversorger, gefolgt von Wassertechnologie und Umweltdienstleistungen. Unternehmen wie Nestlé sind hier zum Beispiel vertreten.
Wasserfonds sind auch als Ökofonds zu bezeichnen. Durch das Investment der Gesellschaften in die jeweiligen Firmen erlangen diese Eigenkapital, das in die Forschung und Entwicklung investiert werden kann. So wird zum Beispiel die Aufbereitung von Salzwasser in Brauchwasser gestützt, was unser Ökosystem unterstützt. Diese Umwelttechnologien helfen den Menschen zum Beispiel in Afrika, eigenes Wasser herzustellen und fördern so den bewußten Umgang mit dem immer knapper werdenden Wasser.
Wasserfonds können auch als reine Entwicklungshilfe nutzen. So findet sich zum Beispiel ein Wasserfonds, der in die Entwicklung der Strukturen in Ruanda investiert.
Wasserfonds findet man inzwischen von einigen Investmentgesellschaften. Die Renditen dieser Fonds liegen bei ca. 6 Prozent p.a. Als reine Aktienfonds weisen sie natürlich Schwankungen auf, die über einen längeren Anlagezeitraum kompensiert werden können.
Man sollte jedoch sehen, das es sich hier um einen Branchenfonds handelt. Branchenfonds sind in der Regel als risikoreicher einzustufen, da die Wertentwicklung nur auf eine Branche, nämlich Wasser, abgestellt wird.
Alternativ hierzu kann man zum Beispiel in Wertsicherungsfonds investieren. Diese Fonds sind Laufzeitfonds, die am Ende der jeweiligen Laufzeit das eingesetzte Kapital abzüglich des Ausgabeaufschlages garantierten. Die Partizipation an der Entwicklung des zugrunde liegenden Aktienportfolios erfolgt meist mit 80 Prozent. Während der Laufzeit können diese Fonds zum aktuellen Kurs über die Börse verkauft werden. So können auch Menschen, die nur wenig Risiko eingehen möchte, in Wasserfonds investieren.
Die Anlage in Wasserfonds ist im Allgemeinen mit einer Einlage von 500 Euro möglich.
Wasserfonds ohne Absicherung können aber auch als Sparplan abgeschlossen werden. Hierbei sind monatliche Sparraten von mindestens 50 Euro zu erbringen. Durch die monatliche Einzahlung erzielen die Anleger einen Cost-Average-Effekt, der die durchschnittlichen Einzahlungskurse errechnet. So muß man nicht auf die Kurse achten, bei denen der Kauf ausgeführt wird, sondern man kauft eben zum Durchschnittskurs.

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