Was ist Private Equity?

Private Equity ist einerseits der zusammenfassende Begriff, der für Eigenkapital-Anlageformen an Unternehmen im Aufbau verwendet wird und andererseits steht der Begriff für Investitionen in bereits etablierte Unternehmen. Ersteres grenzt sich damit vom Aktienmarkt ab und zweiteres steht im Gegensatz zum Venture Kapital.
Bei Ersterem wird Private Equity von den Unternehmen genutzt, die zu Beginn ihrer Entwicklung Kapital von Investoren benötigen um das Unternehmen aufzubauen und zu einem späteren Zeitpunkt bereit sind den wirtschaftlichen Erfolg mit den Investoren zu teilen.
Während bei Zweiterem auf Private Equity zurückgegriffen wird, wenn bereits etablierte, meist mittelständische Unternehmen Investitionen für Expandierung oder Weiterentwicklung benötigen. Normalerweise wird Private Equity eingesetzt, wenn sich das Unternehmen in einer Phase wie Restrukturierung oder Unternehmenssanierung befindet. Die meisten Private Equity-Gesellschaften spezialisieren sich deshalb auf die Finanzierung bestimmter Phasen. Beim Venture Capital werden Unternehmen dagegen in der Gründungsphase unterstützt. Diese Investitionen sind damit risikoanfälliger.
Die Bezeichnung “Private” in dem Begriff geht darauf zurück, dass die Beteilungen nicht durch Börsenaktionen sondern im direkten Kontakt mit den Unternehmen von statten gehen. Dies ist darin begründet, dass viele mittelständische Unternehmen nicht börsennotiert sind. Aufgrund dieser Tatsache wirken sich die Entwicklungen der Börsen nicht auf Private Equity-Investitionen aus und der Fokus liegt auf der Entwicklung des Unternehmens.
Insgesamt folgen Private Equity Investitionen immer dergleichen Entwicklung. Zuerst wird ein Fonds eingerichtet und mit dem Geld aus diesem Fonds wird die Mehrheit an einem Unternehmen erworben. Es folgt z.B. die Restrukturierung des Unternehmens durch Berater und die Steigerung des Unternehmensprofits. Danach steigen die Private Equity-Investitoren wieder aus dem Unternehmen aus und die getätigten Investitionen werden aus den erhöhten Einnahmen des Unternehmens an die Investitoren zurückgezahlt.
Abhängig von den Investitionsphasen und der Form der Finanzierung kann die Rendite einer Private Equity-Finanzierung bei 10-15 Prozent, in Einzelfällen sogar bei bis zu 40% liegen. Das bereits angesprochene Risiko eines vollständigen Verlusts der Investitionen steht diesem Erfolg jedoch gegenüber und macht Private Equity-Investitionen nach wie vor zu einem Risikounternehmen.
Gegenwärtig befindet sich Private Equity im Wachstum, nachdem die europaweiten Investitionen immer weiter steigen. Die Bunderegierung erwägt derzeit neben der geplanten Steuerreform für Unternehmen im Jahr 2008 auch den Erlass eines Private-Equity-Gesetzes. Dabei soll die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft eine Basisform in der Private Equity-Industrie werden.

Dieser Beitrag wurde unter Begriffe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>